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Lehrplan Gymnasium

Seit Beginn des laufenden Schuljahres 2014/2015 existiert an den beiden Kantonsschulen Solothurn ein völlig neu erarbeiteter Lehrplan. Er wurde mit Hilfe der entsprechenden Fachlehrkräfte passend aufgestellt und ist unbestritten ein in jeder Hinsicht gelungenes Werk.

Seit Beginn des laufenden Schuljahres 2014/2015 existiert an den beiden Kantonsschulen Solothurn ein völlig neu erarbeiteter Lehrplan (www.ksso.ch/index.php?id=361). Er wurde mit Hilfe der entsprechenden Fachlehrkräfte passend aufgestellt und ist unbestritten ein in jeder Hinsicht gelungenes Werk.

Referat von Kantonsrat Roberto Conti, anlässlich der Pressekonferenz des Initiativkomitees „Ja zu einer guten Volksschule ohne Lehrplan 21“ vom 21.01.2015 in Olten

Auszug aus dem Geleitwort Remo Ankli zum Lehrplan Gymnasium
Das Bildungsziel der Gymnasien ist in Artikel 5 der Verordnung über die Anerkennung von gymnasialen Maturitätsausweisen vom 15. Februar 1995 gesamtschweizerisch umschrieben. Demnach ist es – unter anderem – das Ziel der Maturitätsschulen, Schülerinnen und Schülern im Hinblick auf ein lebenslanges Lernen grundlegende Kenntnisse zu vermitteln sowie ihre geistige Offenheit und die Fähigkeit zum selbständigen Urteilen zu fördern. Zudem wird mit diesem Lehrplan auch der Übergang von der im Jahr 2011 eingeführten Sekundarschule P (progymnasiales Anforderungsniveau) optimiert.

Auszug aus dem Vorwort der Steuergruppe (November 2013)
Anderseits wurde mit der Reform der Sekundarstufe I ein für alle progymnasialen Standorte des Kantons verbindlicher kantonaler Lehrplan geschaffen. Auf diesen Vorgaben baut der neue Lehrplan für die gymnasialen Maturitätsschulen des Kantons Solothurn auf. Er setzt ein, wo der progymnasiale Lehrplan die Schüler und Schülerinnen in die letzten vier Jahre vor der Maturität entlässt.

Die Zielsetzung des neuen Lehrplans ist damit von der äusseren Struktur her vorgegeben: Die Schüler und Schülerinnen der Sekundarschule P sollen einen nahtlosen Übergang ans Gymnasium erhalten, um optimal auf die Matur vorbereitet zu werden. Der Lehrplan erfüllt dabei die Funktion, das Maturitätsniveau verbindlich festzuschreiben. Das Konzept für den vorliegenden Lehrplan stammt von Prof. Dr. Peter Bonati, der sowohl der Steuergruppe als auch dem Lehrplanteam als Experte zur Verfügung stand. Sein Lehrplankonzept fusst auf vier Pfeilern:

Die Lernziele sollen erreichbar und überprüfbar sein und deshalb möglichst konkret formuliert werden.

Diese Lernziele sind gebunden an Unterrichtsgebiete und deren Teilgebiete.

Die für ein Fach bedeutsamen überfachlichen Kompetenzen werden benannt. Beispiel: Das Schwerpunktfach Wirtschaft und Recht fördert besonders die folgenden überfachlichen Kompetenzen: Selbstständigkeit, Reflexive Fähigkeiten, Sozialkompetenz, Arbeits- und Lernverhalten, ICTKompetenzen, Praktische Fähigkeiten.

Die Auswahl beschränkt sich auf diejenigen Kompetenzen, die für das Fach besonders bedeutsam sind und die es besonders fördert, die es aber auch in besonderem Masse verlangt, um seine Lernziele erreichen zu können.

Aufbau der Fachlehrpläne
Die einzelnen Fachlehrpläne sind folgendermassen aufgebaut:
A. Stundendotation
B. Allgemeine Bildungsziele
C. Überfachliche Kompetenzen
D. Jahrespläne: Unterrichtsgebiete und Lernziele

Daran schliessen sich die Jahrespläne an: Die Unterrichtsgebiete gliedern das zu Vermittelnde in grosse Kapitel, Teilgebiete geben konkretere Bereiche an, die Lernziele sind ihnen direkt zugeordnet. Dort hat es Formulierungen wie „definieren“, „nennen“, „erläutern“, „unterscheiden“ usw. mit sehr präzise genannten Begriffen.

Meine Schüler fragen mich bei der Ansage einer Prüfung stets nach Lernzielen, nicht nach Kompetenzen.

Umsetzung der Lehrpläne im Unterricht
Der „Kantonale Lehrplan Gymnasium“ ist verbindliches Referenzdokument für alle Lehrpersonen. Der Lehrplan legt die Unterrichtsgebiete und Lernziele konkreter und in dem Sinne verbindlicher vor als bisher, lässt jedoch Anwendungsbeispiele oder zu behandelnde Autorinnen und Autoren und Werke in den Sprachfächern in der Verantwortung und im Gestaltungsfreiraum der einzelnen Lehrkraft.

In der Regel werden einem Teilgebiet nicht mehr als ein bis drei Lernziele zugeordnet – damit ist die „eiserne Ration“ bezeichnet, welche es der Lehrperson ermöglicht, im Unterricht weitere Lernziele zu setzen. Gleichzeitig sichert die Verbindung von Inhalts- (Teilgebiete) und Handlungsorientierung (Lernziele) dem Lehrplan die nötige „Bodenhaftung“.

Auf Schulebene wird es darum gehen, die überfachlichen Kompetenzen gezielt und nachhaltig zu fördern – eine besondere Herausforderung wird es sein, Erarbeitetes zu sichern und über das einzelne Unterrichtsfach hinaus weiterzuführen.

Lehrplan Sek P
Der Lehrplan (http://www.kantiolten.ch/cms/index.php?id=149) wurde neu erstellt im Rahmen der Sek I-Reform, welche bekanntlich eine Reduktion der progymnasialen Ausbildung auf 2 Schuljahre (7. und 8.) brachte. Auch dieser Lehrplan wurde unter grosser Mitwirkung der unterrichtenden Lehrpersonen erarbeitet.

Die Sekundarschule P ist ein neuer Anforderungstyp, der mit der Reform der Sekundarstufe I geschaffen worden ist. Sie bereitet mit einheitlichem, zweijährigem progymnasialem Unterricht spezifisch auf das Gymnasium vor.

Die Anforderungen und die pädagogische Konzeption sind folglich auf die anschliessende gymnasiale Maturitätsschule ausgerichtet. Das Fächerangebot bzw. die Lektionentafel und der Lehrplan unterscheiden sich deshalb von jenen für die Sek B und die Sek E.

Sprachen, Mathematik und Naturwissenschaften, sozialwissenschaftliche sowie musische Fächer und Sport werden auf progymnasialem Niveau von Fachlehrkräften unterrichtet. Schülerinnen und Schüler erhalten breit abgestützte Grundlagenkenntnisse. Wissensvermittlung und Wissenstransfer stehen im Vordergrund.

Aufbau der Fachlehrpläne
Erarbeitet wurden die Fachlehrpläne der Sek P für diejenigen 17 Fächer, die der Regierungsrat mit der Lektionentafel als Bildungsplan beschlossen hat (RRB 2009/398 vom 10. März 2009).

Die Fachlehrpläne sind folgendermassen gegliedert:
Anzahl Lektionen pro Schuljahr, Bildungsziel mit Lernzielen und Inhalten. Der ganze Lehrplan ist in jedem Fach aufgebaut mit Lernzielen und deren Inhalte. Jedes Fach wird mit Weisungen ergänzt. Diese beinhalten u.a.Treffpunkte Primarstufe – Sekundarstufe I bzw. Sekundarstufe I – Sekundarstufe II. Diese Weisungen sind in einer speziellen Broschüre abrufbar (http://www.kantiolten.ch/cms/index.php?id=149).

Beispiel aus dem Fach Deutsch: Primarschule / Sek P
Im Hinblick auf den Übertritt in die Sek P werden – Stand heute – folgende Kenntnisse vorausgesetzt:

  • Wortarten: Verb, Nomen, Adjektiv
  • Formenlehre Verb: alle Zeiten
  • Gross- und Kleinschreibung: Satzanfang, Höflichkeitsanrede, Nomen und Nominalisierungen
  • Satzzeichen im einfachen Satz und zwischen Teilsätzen
  • Vier Kasus
  • Satzglieder: Verschiebeprobe, Ersatzprobe
  • Aufsatz: Erlebnisaufsatz, Fantasieerzählung, Bildbeschreibung
  • Textsorten: Märchen, Fabel, Sage, Gedicht, Sachtext
  • Präsentation: eigene oder fremde Texte (auswendig) vortragen

Eine Konsultation des LP 21 weckt erhebliche Zweifel, dass diese Kenntnisse nach dem 2. Zyklus auch nur annähernd erfüllt sind. Ein Qualitätsverlust ist daher vorprogrammiert.

Diesbezüglich stellen sich folgende brennende Fragen:

  1. Gilt der LP 21 (3. Zyklus) auch für die Sek P?
  2. Falls ja: Wie will man den Stoff für einen 3-jährigen Zyklus in 2 Jahren Sek P ohne Qualitätsverlust vermitteln?
  3. Falls ja zudem: Wirft man den oben beschriebenen, neu erstellten Sek P- Lehrplan über den Haufen und übernimmt die Kompetenzorientierung?
  4. Falls ja zudem: Muss dann auch das Gymnasium auf der Basis der erwähnten Zielsetzungen, nämlich die Abnahme der Sek P Schüler, seinen taufrischen Lehrplan auf Kompetenzorientierung erneut umgestalten und umformulieren?
  5. Falls nein: Ist die betonte Durchlässigkeit nach oben und unten noch gewährleistet?
  6. Falls nein zudem: Die Schüler kommen nach 6 Jahren kompetenzorientierten Unterrichts in eine Schule, in welcher sie auf lernzielorientierten Unterricht treffen. Wie geht das? Dieselbe Frage kann man für den gymnasialen Unterricht wiederholen.

Informationen sowie den Unterschriftenbogen zum Unterschreiben finden Sie auf www.so-ohne-lp21.ch

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