Fotos statt Argumente?
Die Gegner der Nachhaltigkeitsinitiative (Keine 10-Millionen Schweiz) scheinen die Debatte zu fürchten.

Nichts gegen Frauen – ich bin selbst eine. Gerade deshalb ist es mir wichtig, zu meinem Wort zu stehen und meine Haltung auch öffentlich zu vertreten. Die Diskussion rund um eine «keine 10-Millionen-Schweiz» sowie die entsprechende Umfrage (Eine Mehrheit der Frauen befürwortet die Initiative) haben offensichtlich für Aufmerksamkeit gesorgt. Die Gegner sind aufgeschreckt. Das ist Teil eines demokratischen Prozesses.
Für ein Gruppenfoto hinzustehen, wie es etwa im Blick zu sehen war, ist einfach. Eine Einladung zu einem Podium – in diesem Fall in Egerkingen – anzunehmen und sich den Fragen der Bevölkerung zu stellen, ist jedoch etwas ganz anderes. Genau das war das Ziel unserer Veranstaltung; den offenen Austausch zu fördern und unterschiedliche Standpunkte sichtbar zu machen. Leider war niemand aus dem Contra-Lager bereit, sich der Debatte zu stellen.
Ich bin der Überzeugung, dass es wichtig ist, dass Frauen hinstehen und ihre Ansichten vertreten. Umso bedauerlicher ist es, wenn solche Gelegenheiten nicht genutzt werden. Absagen lassen sich immer begründen, doch es bleibt der Eindruck einer verpassten Chance, aufzuzeigen, weshalb es engagierte Frauen in der öffentlichen Debatte braucht.
Der Fairness halber sei erwähnt, dass auch die eingeladenen Männer abgesagt haben. Dennoch, es bleibt eine vertane Gelegenheit für den direkten Dialog.
Diana Stärkle, Egerkingen
