Die kantonale Informatik und Regierungsrat Christian Wanner wollten die gesamte Verwaltung von Microsoft- auf Linux-Betriebssysteme umstellen um Lizenzgebühren zu sparen. Externe Informatiker, Kantonsräte und Angestellte der Verwaltung warnten davor. Denn die kantonale Verwaltung ist voll von kleinen Programmen, die nicht Linux-kompatibel sind.

Wanner und seine Informatik haben vor der Umstellung nie geprüft, was in der Verwaltung im Detail für Programme eingesetzt werden und ob diese wirklich kompatibel sind. Sie haben auch nie an die Kunden der kantonalen Verwaltung, das solothurnische Volk, gedacht. Über 90 Prozent der Computer-Nutzer arbeiten mit Microsoft-Computern und -Programmen.

Die Folgen sind bekannt: An vielen Arbeitsplätzen standen plötzlich zwei Computer, ein Linux-Computer (für die „Linux-Strategie“) und einer mit veralteten Microsoft-Programmen zum Arbeiten. Viele Verwaltungsangestellte mussten, damit sie überhaupt noch arbeiten konnten, auf private Computer zurück greifen. Externe Berater wurden beigezogen, unzählige Schulungen für das Personal durchgeführt. Ämter verweigerten die Einführung von Linux. Doch Regierungsrat Wanner hielt an der Strategie fest. Und nun erzählt er, die gescheiterte „Linux-Strategie“ sei gewinnbringend gewesen. Wer hingegen etwas von Informatik versteht weiss, dass solch komplexe Umrüstungen in grossen Unternehmungen unmöglich ohne Mehrkosten zu machen sind.

Jetzt muss der Kantonsrat einen ersten 8,5 Mio. Franken-Kredit für den Rückbau zurück zu  Microsoft sprechen. Was all die Probleme, Umtriebe, Schulungen und externen Berater in den „Linux-Jahren“ für Kosten verursacht haben, wird verschwiegen. Und ob es der letzte Kredit für den Rückbau ist, wird von der SVP bezweifelt.

Finanzdirektor Wanner hat schon mehrfach gesagt, er übernehme die Verantwortung für das Debakel. Wanner trägt also die Verantwortung. Das Volk die Kosten.

Für die SVP-Fraktion
Kantonsrat Roman S. Jäggi

22.03.2011 | 1721 Aufrufe