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SVP Kanton Solothurn lehnt Lehrplan 21 ab

Die SVP Kanton Solothurn lehnt den Lehrplan 21 ab. «Er ist viel zu umfangreich, zu philosophisch-akademisch und zu ideologisch gesteuert», argumentiert der Solothurner SVP-Kantonsrat Roberto Conti. Die Lehrer, die Eltern und die Wirtschaft müssten ein praxistaugliches Instrument zur Vergleichbarkeit und Messbarkeit von Leistungen bekommen. «Und keine philosophisch ausgeklügelte und aufgeblähte Funktionärsarbeit, die auf internationalen und europäischen Standards basiert, die in Bezug auf Berufstauglichkeit keine qualitativeren Bildungssysteme vorzuweisen haben.»

Die SVP Kanton Solothurn lehnt den Lehrplan 21 ab. «Er ist viel zu umfangreich, zu philosophisch-akademisch und zu ideologisch gesteuert», argumentiert der Solothurner SVP-Kantonsrat Roberto Conti. Die Lehrer, die Eltern und die Wirtschaft müssten ein praxistaugliches Instrument zur Vergleichbarkeit und Messbarkeit von Leistungen bekommen. «Und keine philosophisch ausgeklügelte und aufgeblähte Funktionärsarbeit, die auf internationalen und europäischen Standards basiert, die in Bezug auf Berufstauglichkeit keine qualitativeren Bildungssysteme vorzuweisen haben.»

Die SVP Kanton Solothurn kann sich ob des Lehrplans 21 nicht erwärmen. «Im Rahmen der Entschlackung sollte sich der Lehrplan auf Kernfächer und nicht auf die ausufernde und unübersichtliche Kompetenzensystematik stützen, die nicht einmal unter Fachkreisen eine einheitliche Interpretation vorweisen kann», findet der Solothurner SVP-Kantonsrat Roberto Conti klare Worte. Nach dem Motto «weniger ist mehr» gelte es viel mehr Zeit zum Üben und Verinnerlichen des behandelten Stoffes einzuberechnen. Dies alleine garantiere, dass die Schulabgänger die lebens- und berufstauglichen Grundlagen, wie beispielsweise Lesen, Schreiben und Rechnen (einfache Dreisätze, Berechnung von Volumen, etc.) beherrschen.

Zu streichende Punkte

Unter dem Stichwort Heterogenität werde im Lehrplan 21 das integrative Schulmodell, das inzwischen unter grosser, auch wissenschaftlicher Kritik stehe, weiter gefördert. Ausserdem werde in der konzeptionellen Ausgestaltung des Lehrplanes die Verschulung des Kindergartens als Teil der Volksschule vorangetrieben. «Diese Punkte sind unter pädagogischem und föderalistischem Gesichtspunkt aus dem Lehrplan 21 zu streichen», fordert Conti. Des Weiteren propagiere der Lehrplan 21 ein pädagogisches Modell, in welchem die Schüler zu Bereitschaften, Haltungen und Einstellungen angeleitet werden sollen. Die erzieherische Hauptverantwortung der Eltern und die Privatsphäre seien aber zu achten. «Die Schule darf nicht für jegliches gesellschaftliche Versagen als einziges Lösungsmodell herangezogen werden», sagt Conti. Der Staat und damit die Schule sollten und dürften nicht vereinheitlichend auf die soziale und individuelle Wertehaltung einwirken. Für die SVP sollte sich die Volksschule und somit der Lehrplan 21 aber auf die Vermittlung von Wissen, Fähigkeiten und Fertigkeiten konzentrieren. «Vor allem moralisierende und kulturell identitätsbezogene Beeinflussung sollen unterlassen werden.» Die freiheitlichdemokratische Gesellschaft und deren christlich-abendländische Grundlagen dürften dagegen nicht vernachlässigt werden. Conti: «Der kulturelle und historische Kontext der Schweiz, muss in den Fächern Geschichte, Geographie, Religion, Musik und auch im Sport Medienmitteilung SVP Kanton Solothurn 2 deutlich mehr Raum einnehmen.» Keine einzige Kompetenz des Lehrplans 21 beziehe sich explizit auf Überlieferungen der christlichen Tradition.

Verschiedene Themen kritisiert

Für die SVP hat die Volksschule klar die basisorientierte Berufs- und Lebenstauglichkeit der Schüler zum Ziel. Gerade deshalb müsse die vermittelte Schulbildung auf die Bedürfnisse der Berufswelt ausgerichtet werden, sagt Conti. «Die im Lehrplan 21 präsentierten Kompetenzerwartungen sind dagegen zu akademisch ausgestaltet und vielfach zu abgehoben.» Es müsse beispielsweise eine Konzentrierung auf die Fächer Deutsch, Mathematik und Naturwissenschaften erfolgen, mit ausreichender Anzahl Lektionen zum Einüben und beherrschen des Stoffes.

Weiter sei der gesamte Lehrplan zu sprachenlastig. «Der vom Lehrplan 21 vorgeschlagene Frühfremdsprachenunterricht bindet – vor allem zeitliche – Ressourcen, die beispielsweise für solide Deutschkenntnisse und Realienunterricht nötig wären», kritisiert Conti. Verbreitete Defizite bei der Anwendung der Muttersprache Deutsch seien aber endlich ernst zu nehmen. Der frühe Fremdsprachen-Unterricht habe keine sicht- oder messbaren Resultate gebracht. Im Fachbereich Sprache werde durch den Lehrplan 21 die EDK Sprachenstrategie in Stein gemeisselt. Und das, obwohl einerseits der Schweizer Lehrerverband dieser Strategie seine Unterstützung entzogen habe und sie andererseits in mehreren Kantonen bereits durch parlamentarische Vorstösse unter Druck komme. Diese würden fordern, dass bis Ende des zweiten Zyklus nur eine Fremdsprache unterrichtet werde. Conti: «Der Fremdsprachenunterricht ist tendenziell, unter Wahrung der kantonalen Autonomie, auf die Oberstufe zu verlegen.» In allen Sprachen dürften Wortschatz und Grammatik nicht vernachlässigt, das schriftliche und systematische Sprachverständnis nicht zurückgestuft werden. Es sei verhängnisvoll, Fehler ohne Korrektur und ohne korrekte Wiederholungen stehen zu lassen. Damit würden Fehler im Gedächtnis der Schüler haften bleiben.

Unübersichtlicher Lehrplan 21

In den Bereichen Mathematik, Natur, Mensch und Gesellschaft sei der Lehrplan 21 unübersichtlich, weltfremd und abgehoben. «Es sind solide und überprüfbare Grundlagen, aufgeteilt nach Fächern, zu vermitteln, die übersichtlich und praxistauglich dargestellt sind», fordert Conti. Die Aufteilung in klassische Fächer wie Biologie, Chemie, Physik, Geographie oder Geschichte habe sich als übersichtlich, einfach verständlich und praxistauglich erwiesen. Es sei klar und übersichtlich festzuhalten, welcher Stoff, welches Grundwissen in welchem Schuljahr verbindlich zu vermitteln sei. Diese Fächer seien von akademischambitiösem, oft auch moralisierend formulierten Zielen zu entlasten.

Vertherapeutisierung der Schule

Der Lehrplan 21 ist aus Sicht der SVP auf die «Vertherapeutisierung der Schule» ausgerichtet, in welchem viele Spezialisten zusammen im Team-Teaching unterrichten sollen. Der Lehrer werde zum reinen Stoffvermittler und Coach degradiert. Der Lehrplan 21 schaffe somit auch weitere Grundlagen zur Verkomplizierung und Bürokratisierung des Medienmitteilung SVP Kanton Solothurn 3 Lehrerberufes und des Schulbetriebes. «Die Schule wird damit zu einer hoch organisierten Organisationseinheit umfunktioniert, die korrekte und moralische Menschen hervorbringen sollte», wettert Conti. «Die Unterrichtserteilung erfolgt durch Klassenlehrer, denen Methoden- und Lehrmittelfreiheit einzuräumen ist.» Auf Team-Teaching und von Schulleitungen eingesetzte Heilpädagogen sei zu verzichten. Ob und welche Heilpädagogen bzw. Therapeuten eingesetzt werden, entscheide der verantwortliche Klassenlehrer zusammen mit den Eltern. Der Wettbewerb der Lehrmittel müsse unbedingt gewahrt werden. «Der Lehrplan hat nur die verbindlich zu erreichenden Richtziele pro Schuljahr präzise zu nennen.» Für den Weg zum Ziel seien die Klassenlehrer verantwortlich.

Die ICT-Thematik

ICT als fächerübergreifendes Thema werde im Lehrplan 21 stark gewichtet, sagt Conti weiter. Der Staat respektive die Schule bekämen den Auftrag die Schüler zu moralischen Internet- und Mediennutzern zu erziehen. Moderne elektronische Kommunikationsmittel seien heute Realität. Die Schule könne sich ihnen nicht verschliessen. Gerade deshalb seien im IT-Bereich Führung durch den Klassenlehrer wichtig. Schülern an ausgewähltem Thema Möglichkeiten der Nutzung moderner Medien zu zeigen, könne situationsgerecht wertvoll sein. «Moderne Medien- und Kommunikationsmittel sollen aber als Werkzeug verstanden werden.» Die ICT-Thematik zum Kernstück des Lehrplans 21 zu erklären, sei deshalb falsch. Selbst Lehrer würden eingehend davor warnen, der Schule und damit dem Staat immer mehr gesellschaftliche und soziokulturelle Verantwortung, wie beispielsweise die sehr umfassende und tiefgreifende Verantwortung im Umgang mit ICT und Medien, abzudelegieren. Die Erziehungsverantwortung würden die Eltern tragen.

Überfachliche Methoden und Kompetenzen

Der Lehrplan 21 enthalte an internationalen Standards der nachhaltigen Entwicklung ausgerichtet zahllose überfachliche Kompetenzen und Themen, die ideologisch darauf ausgerichtet seien, die Schüler zu moralischen und konformen Mitgliedern einer globalisierten Gesellschaft zu erziehen, kritisiert Conti. «Die fächerübergreifenden Themen, zumeist mit ideologischen, nicht mit fachlichen Motiven in den Vordergrund gestellt, betreffen insbesondere gender-politische, menschenrechtliche, rechtsstaatliche und ökologische Themen und versuchen auf die kulturell identitätsbezogene Sphäre der Gesellschaft einzuwirken, wie etwa auf die allgemeine Lebensführung oder das Sexualverhalten.» Es sei offensichtlich, dass es Schwulen- und Lesbenverbänden gelungen ist, ihre Anliegen im Lehrplan 21 zu verankern. Conti zitiert ein Beispiel: «Schülerinnen und Schüler können sexuelle Orientierungen (Hetero- und Homosexualität) nicht diskriminierend benennen sowie Partnerschaft und Sexualität mit Liebe, Respekt, Gleichwertigkeit und Gleichberechtigung verbinden.» Die Verdrängung von Wissen, Können und Leisten, durch moralisierende staatliche Umerziehungsmassnahmen, die zumeist von internationalen Organisationen bestimmten Verhaltensweisen „politischer Korrektheit“ geprägt seien, dürfe in der Schweizer Volksschule nicht stattfinden. «Die Schule hat zur Lebenstauglichkeit vermittelnden Schulstoff zu behandeln.» Sie dürfe nicht versuchen, Schülerideologisch zu formen, bzw. zu indoktrinieren oder umzuerziehen. Gender und Gleichstellung, sowie lebens- und Medienmitteilung SVP Kanton Solothurn 4 sexualkundliche Themen seien komplett zu streichen. Sexualaufklärung sei reduziert auf die Vermittlung biologischer Fakten zu beschränken.

Der Lehrplan 21 ist ein grosses Reformprojekt für die Bildungslandschaft in der Schweiz:

  • Kompetenzen statt Inhalte werden vorgegeben.
  • Alle Lehrmittel müssen überarbeitet oder komplett neu gestaltet werden.
  • Stundendotationen müssen erhöht werden.
  • Wie die erworbenen Kompetenzen beurteilt bzw. überprüft werden, ist noch völlig unklar.
  • Aus- und Weiterbildung der Lehrpersonen müssen angepasst werden.
  • Auf die Lehrpersonen kommen einschneidende Veränderungen zu, was Lernziele und Didaktik betrifft.
  • In den Kantonen müssen weitgehende Umsetzungs- und Konkretisierungsarbeiten geleistet werden.

Conti: «All das geschieht nicht in einem Vakuum sondern auf dem Hintergrund reformmüder Schulleitungen und Lehrpersonen und knapper Kantonsfinanzen.» Für die SVP Kanton Solothurn sind Umsetzbarkeit und Finanzierbarkeit des Lehrplanes 21 – nebst den inhaltlichen Anfragen – nicht realistisch.

Raphael Galliker

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