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Koran-Verteilung: (K)ein Problem?

BÄRTIGE MÄNNER verteilen seit einigen Wochen in Schweizer Städten systematisch Korane. Solche Aktionen müssen in einem Land, das von Toleranz und Religionsfreiheit geprägt ist, grundsätzlich Platz haben. Egal, ob man dies nun persönlich gut findet oder nicht. Und dennoch: Die laufende Koran-Verteilung ist meines Erachtens bei Lichte besehen alles andere als unproblematisch. Weshalb?

BÄRTIGE MÄNNER verteilen seit einigen Wochen in Schweizer Städten systematisch Korane. Solche Aktionen müssen in einem Land, das von Toleranz und Religionsfreiheit geprägt ist, grundsätzlich Platz haben. Egal, ob man dies nun persönlich gut findet oder nicht. Und dennoch: Die laufende Koran-Verteilung ist meines Erachtens bei Lichte besehen alles andere als unproblematisch. Weshalb?

DIE AKTIONEN sind Ausläufer einer Initiative deutscher Muslime, welche sich „Die wahre Religion“ nennen. Dahinter stehen radikal-islamistische Salafisten um den millionenschweren Kölner Geschäftsmann Ibrahim Abu Nagie. Ihr Ziel ist es, im deutschsprachigen Europa 25 Millionen Korane kostenlos an die Bevölkerung zu verteilen. Auch in der Schweiz. Hier liegen offenbar in verschiedenen Moscheen Tausende Exemplare bereit. Doch die Koran-Verteiler in unseren Städten beteuern, sie hätten nichts mit den deutschen Salafisten zu tun – und verstecken sich sorgfältig in der Anonymität. Fakt aber ist, dass die in der Schweiz verteilten Korane zur von Abu Nagie in Auftrag gegebenen Millionenauflage gehören und auch bei der Koran-Druckerei der deutschen Islamisten abgeholt wurden.

DIE TATSACHE, dass die Aktivisten in der Schweiz kaum etwas über sich preisgeben, ist problematisch. Wer finanziert das Ganze? Und welche weltanschaulichen Positionen vertreten sie? Antworten gibt es kaum. Solche lassen sich dagegen bei Abu Nagie finden. In einem Interview meinte dieser, wer sich nicht zum Islam bekehren lasse, müsse sich einen Psychiater suchen. Laut deutschem Verfassungsschutz befürwortet er den Dschihad, und zwar im Sinne einer Gewaltausübung bis hin zur „Vernichtung Andersgläubiger“. Ein nicht nur fundamentalistisches, sondern geradezu faschistoides Weltbild.

NATÜRLICH WISSEN die Koran-Verteiler in den Schweizer Städten, dass die Bücher, welche sie verteilen, aus dem Bestand der deutschen Salafisten stammen. Trotz anderslautender Beteuerungen. Und genau hier liegt der Hund begraben: Die hiesigen Aktivisten tragen ganz offensichtlich die Initiative der deutschen Islamisten mit und unterstützen mit ihren Aktivitäten deren radikal-islamische Propaganda. Das ist äusserst bedenklich – und auch gefährlich. Es ist zu vermuten, dass auch die Aktionen in der Schweiz durch den Verein um den reichen Abu Nagie finanziert werden.

TOLERANZ IST wichtig. Aber im Zusammenhang mit Islamisten drängt sich die Frage auf, wie viel Toleranz den Intoleranten gebührt. Einfach gleichgültig bleiben, die Augen verschliessen und radikale Muslime in der Schweiz gewähren lassen? Das ist nach meinem Dafürhalten falsch. Und zwar nicht nur deshalb, weil Christen in vielen islamischen Ländern verfolgt werden und es undenkbar ist, dort Bibeln zu verteilen. Sondern auch, weil ein fundamentalistischer Islam, der Kritik als Beleidigung versteht, mit unserer Demokratie, unseren Werten und Freiheitsrechten unvereinbar ist. Deshalb gilt es, wachsam zu sein.

Christian Werner (Olten) ist Jurist. Er amtet als Gemeinde- und Kantonsrat der SVP, ist Mitglied der kantonalen Justizkommission und präsidiert die Geschäftsprüfungskommission Olten sowie die städtische SVP.

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